Gehäuse „selbst“ gemacht

Für eines meiner Projekte wahr mal wieder ein schickes Gehäuse gefragt. 160mm breit, 130mm hoch, 120mm tief, 2 Aussparungen: eine für ein Display, eine für eine Infrarotdiode. Aber selbst berechnen, aufzeichnen und selbst sägen? Heute mal nicht.

Berechnen und Zeichnen

Im großen Internet hat schon jemand ein Lösung für das Problem des Zeichnens bereitgestellt: Makercase.com ermöglicht über Eingabe von einigen Eckdaten (Höhe, Breite, Tiefe, Materialstärke, Innen- oder Außenmaß?) sowie optionaler Verzahnung das Anlegen des Korpus. Zusätzlich können noch Durchbrüche (Löcher) positioniert werden. Zum Abschluss kann das Modell als JSON gespeichert werden beziehungsweise als Schnittmuster für Laser-Cutter heruntergeladen werden.

Das ganze passiert in Javascript im Browser, entsprechend kann sich das auf älteren Maschinen etwas ziehen.

Ausdrucken des Schnittmusters auf Papier zum Testen der Position der Löcher und Verzahnungen wird empfohlen. Hier kam Inkscape zum Einsatz. Hier können (und müssen später) noch Anpassungen vorgenommen werden.

Ausschneiden (lassen)

Aussägen mit der Laubsäge von den Verzahnungen? Nein, dank FORMULOR* ist dies nicht mehr nötig. FORMULOR* kann die Schnittmuster von MakerCase nach einigen Anpassungen aus diversen Materialien ausschneiden.

Eine Anleitung für Inkscape findet sich in auch in Englisch. Wichtig ist es, die Vorlagen für Inkscape zu verwenden (der Link findet sich auf der Anleitungsseite neben dem Inhaltsverzeichnis), da hierdurch lt. FORMULOR* die Bearbeitung beschleunigt werden kann. In meinem Fall waren folgende Schritte notwendig:

  • Anordnen der einzelnen Teile auf einem 384x384mm großen Zeichenbereich (als Material 3mm Sperrholz)
  • Ändern der Schnittkanten auf Blau (RGB: 0,0,255)
  • Anpassen der Linienstärke auf 0.01mm (leider zeigt Inkscape diese dann nicht mehr an)

Lädt man eine Datei bei FORMULOR* hoch, wird diese zunächst auf Regelverstöße geprüft und entsprechend beanstandet.

Anschließend kann man den Bestellvorgang starten, in meinem Fall etwas über 30€ inkl. Versand.

Lieferung

Hat etwas gedauert, lag aber wohl daran, dass ich die Vorlage nicht verwendet habe (Errinnerung: Vorlagen für das jeweilige Programm befinden sich auf der entsprechenden Anleitungsseite neben dem Inhaltsverzeichnis). Qualitativ kann ich nicht meckern, hatte bisher aber auch keine Erfahrung mit Laser-Cut-Sperrholz. Riecht etwas verbrannt, aber das wird produktionsbedingt sein. Von daher: alles gut, wird sicher noch mal probiert.

Spielchen mit RSA-Schlüsseln

Als Einstiegshürde für ein CTF (Capture the Flag) dient gerne mal ein RSA Schlüsselpaar, von dem nur der öffentliche Teil bekannt ist. Also kein unrealistischer Ansatz, lediglich die Schlüssellängen sollten entsprechend klein sein.

Vorbereiten der Challenge

Diese Schritte werden vom Spielleitder durchgeführt. Wichtig ist eine geeignete, nicht zu lange Schlüssellänge zu wählen. Hier wählen wir 256 Bit als Schlüssellänge. Das sollte die Teilnehmer vor keine Probleme stellen.

Generieren des Schlüsselpaars

Der wesentliche Schritt bei der Erzeugung eines RSA-Schlüsselpaars ist die Wahl von 2 Primzahlen p und q, deren Produkt n (der RSA-Modulus) die gewünschte Schlüssellänge besitzt.

Dank OpenSSL ist es einfach ein RSA-Schlüsselpaar zu erzeugen:

openssl genrsa -des3 -out private.pem 256
openssl rsa -in private.pem -outform PEM -pubout -out public.pem

Daraus ergibt sich als Public Key beispielsweise:

-----BEGIN PUBLIC KEY-----
MDwwDQYJKoZIhvcNAQEBBQADKwAwKAIhALRUOO0rvPEA282wqL4VF5GibnA1kcux
LHdIOcT807+DAgMBAAE=
-----END PUBLIC KEY-----

Den privaten Schlüssel private.pem können wir nun löschen, da wir diesen zum Einen nicht mehr benötigen und zum Anderen ja rekonstruieren wollen.

Verschlüsseln der Probedatei

Eine Probedatei lesbar.txt wird mit dem öffentlichen Schlüssel mit OpenSSL verschlüsselt:

openssl rsautl -encrypt -inkey public.pem -pubin -in lesbar.txt -out geheim.txt

Das Ergebnis der Verschlüsselung ist eine Datei, die nur unlesbare binäre Daten enthält. Sie kann hier heruntergeladen werden: geheim.txt. Diese Datei und der öffentliche Schlüssel gehen an die Teilnehmer.

Lösen der Challenge

Diese Schritte werden durch die Teilnehmer durchgeführt.

Knacken der Schlüssel

Zunächst müssen wir aus dem öffentlichen Schlüssel die beiden Parameter  n (Modulus) und e (Exponent) extrahieren:

from Crypto.PublicKey import RSA

public_key = RSA.importKey(open('public.pem', 'r').read())
print 'n =', public_key.n
print 'e =', public_key.e

Dazu verwenden wir die Bibliothek pycrypto (Debian: python-crypto). Ausgegeben werden die beiden oben genannten Werte, in unserem Beispiel also:

n = 815651207903382691105573612057017618852
    64115611526254943458542612275141001091
e = 65537

Nun muss der Modulus faktorisiert werden (n ist das Produkt der beiden Primzahlen p und q). Dazu kann das msieve von Jason Papadopoulos verwendet werden.

Für unsere Zahl n liefert msieve auf einem Core2Duo T7400 nach knapp 10 Minuten die beiden Primfaktoren:

p = 264446414907090989475638551039611206507
q = 308437234133027923039636551098640509513

Alternativ können wir auch factordb.com verwenden, wenn die Zahl dort bereits faktorisiert vorliegt.

Nun müssen wir aus p und q den privaten Exponenten d berechnen:

d = 1/e mod (p-1)*(q-1)

oder mit Python und dem Modul gmpy2:

import gmpy2

p = 264446414907090989475638551039611206507
q = 308437234133027923039636551098640509513
e = 65537
d = gmpy2.invert(e,(p-1)*(q-1))

Aus den Werten n,e und d wird nun der private Schlüssel erstellt und ausgegeben:

from Crypto.PublicKey import RSA
key = RSA.construct((n,e,d))
print key.exportKey()

In unserem Beispiel ergibt das:

-----BEGIN RSA PRIVATE KEY-----
MIGrAgEAAiEAtFQ47Su88QDbzbCovhUXkaJucDWRy7Esd0g5xPzTv4MCAwEAAQIh
ALFDhX4nG6FxbaChww6vnyzjasWei1L/rUg3aG/c6MaxAhEA6ArZu41/pzoKRlXH
MfYqSQIRAMbyhuPv26I/S0+zokene2sCEDxkfpDK3huHBp+RubtuJ0kCECAEWecG
6+7Rhto9y4kCkB8CEQCSSbMXMjOybMpz3gCOQYeS
-----END RSA PRIVATE KEY-----

Wir speichern den privaten Schlüssel wieder in der Datei private.pem ab.

Entschlüsseln der Probedatei

Wurde alles richtig durchgeführt, so kann man mit folgender OpenSSL Anweisung die Probedatei entschlüsseln:

openssl rsautl -decrypt -inkey private.pem -in geheim.txt -out lesbar.txt

Der genaue Inhalt von lesbar.txt wird hier jedoch nicht verraten.

Abschluss

Man erkennt hier am Zeitaufwand zur Faktorisierung eines 256 Bit Schlüssels bereits, dass die Sicherheit von RSA auf genau dieser Schwierigkeit basiert. In der Praxis verwendet man daher Schlüssellängen von mindestens 2000 Bit (siehe dazu die Technische Richtilinie des BSI: Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen (Seite 39, Kapitel 3.5 – RSA).

UML mit PlantUML

PlantUML ist ein ein GPL Tool zur Erstellung von folgenden UMLDiagramm Typen aus reinen Text-Dateien:

  • Klassendiagramm (class diagram)
  • Sequenzdiagramm (sequence diagram)
  • Objektdiagramm (object diagram)
  • Anwendungsfalldiagramm (use case diagram)
  • Aktivitätsdiagramm (activity diagram)
  • Komponentendiagramm (component diagram)
  • Zustandsdiagramm (state diagram)
  • Deploymentdiagramm (deployment diagram) BETA (Stand 1. April 2017)
  • Zeitverlaufsdiagramm (timing diagram) BETA (Stand 1. April 2017)

Verwendbar ist PlantUML entweder online über einen Demo-Bereich oder lokal über eine JAR-Datei. Für ein lokales Ausführen braucht man Java und die Graphviz-Software.

Zusätzlich bietet das Plugin PlantUML integration von Eugene Steinberg (erhältlich für alle IntelliJ IDEA basierenden Produkte) eine Integration in meine Lieblings-IDE. Features sind unter anderem:

  • Syntax Highlighting
  • Autocompletion bereits definierter Elemente
  • Parallele Darstellung von Definition und Ergebnisgrafik

Kleines Beispiel aus meinem aktuellen Projekt:

@startuml

package modes {
    interface Mode {
     + handle_input(code): Mode
     + display(device)
     + handle_mpd(data)
     + activate()
    }

    class ModeProxy {
      current_mode
     + handle_input(code): Mode
     + display(device)
     + handle_mpd(data)
    }

    class MenuMode <<Singleton>> {

    }

    ModeProxy ..|> Mode

    MenuMode ..|> Mode
    MenuMode -->"*" Mode : "topics"
}
@enduml

und das zugehörige Bild:

Ergebnis der Demo Datei
Ergebnis der Demo Datei

Fazit: Ein gutes Tool mit einigen Vorteilen (z.B. einfache Versionierung der Eingabedateien) unter einer der richtigen Lizenzen, welches nicht nur in IntelliJ und Co verwendet werden kann sondern in einer Vielzahl weiterer Tools.

Literaturempfehlung: Daemon und weitere von Daniel Suarez

Aus gegebenen Anlass, live von der Dachterrasse, eine kleine Literaturempfehlung für Nerds und weitere technikinteressierte Kreise:

  • Daemon
  • Darknet
  • Kill Decision
  • Control

Und dazu noch ein Interview aus dem Mai 2011 geführt von Frank Rieger mit Daniel Suarez, dem Autor der Daemon-Reihe, und veröffentlicht in der faz.

Dynamische IP – Reagieren auf Änderungen

Als DSL Nutzer kommt man hierzulande meist nicht in den Genuss einer statischen IPv4 Adresse sondern bekommt regelmäßig eine andere IPv4 von seinem Provider zugewiesen. Als Nebeneffekt wird dadurch das Anbieten von Serverdiensten an Heimanschlüssen oder auch der Betrieb eines IPv6 Tunnels erschwert.

Die FRITZ!Box bietet Unterstützung für einige DDNS-Provider, manchmal möchte man aber auch einfach ein Skript ausführen. Den möglichen Anwendungen sind kaum Grenzen gesetzt.

Über Dienste wie https://icanhazip.com/ kann man sich seine öffentliche IP-Adresse, die zum Abrufen der Seite verwendet wurde, einfach anzeigen lassen und auch in Skripten verwenden. Möchte man die Aktualisierungen wirklich nur dann ausführen, wenn sich die IP geändert hat, so kann das Skript react_to_ip_change.sh helfen. Zu finden ist es im GIT.

Im wesentlichen Skript vergleicht das Skript eine gespeicherte IP mit der aktuell von https://icanhazip.com/ zurück gelieferten. Unterscheiden die beiden sich, so werden alle Skripte in /usr/local/etc/ipchange.d/ ausgeführt.

Kombiniert man das mit Cron, so aktualisiert man die eigene IP zeitnah in allen relevanten Systemen:

# m h dom mon dow command
* * * * * /usr/local/bin/react_to_ip_change.sh

Noch mal der Link zum GIT: https://code.nerd2nerd.org/n0ob/react_to_ip_changes

Mounten von Partitionen aus Image-Dateien

Ist das Backup einer SD-Karte nur als Image-Datei vorhanden und keine Zeit erst wieder auf SD-Karte zu schreiben? Dateimanager kann Image-Dateien nicht direkt einbinden? Hier die Lösung:

  1. Auslesen der Partitionen und ihrer Startsektoren:
    fdisk -l ${QUELLDATEI}

    (Hier in der Spalte Start nach dem Anfang der Partition suchen, unter Units steht die Größe der Sektoren)

  2. Einbinden der gewählten Partition:
    mount ${QUELLDATEI} /mnt -o offset=$((${ANFANGSSEKTOR}*${SEKTORGRÖßE}
  3. Und fertig!

 

Icinga2 mit Docker

Aus diversen Gründen hatte ich Bedarf nach einen Icinga2 Setup inklusive icingaweb2.

Einleitung

Wichtige Anforderungskriterien waren:

  • Alarmierung über Mails ist möglich
  • Neuste Versionen zum Testen
  • Docker-typische „Separation of Concerns“ und nicht „alles in einen Container“

Images wie icinga/icinga2 oder jordan/icinga2 konnten entweder nicht alle Features oder waren Monolithisch angelegt. Muss man einen monolithischen Container, der seine Datenbank enthält, durch eine neue Version ersetzen, sind die Daten (ohne zusätzlichen Aufwand) verloren.

Also doch ein eigenes Image, oder besser gleich 2:

docker_icinga2_core

Das docker_icinga2_core-Image bietet folgende Features:

  • Ausführen des icinga2 Daemons und der Plugins aus monitoring-plugins-standard
  • Volume zum Ablegen der Icinga2-Konfiguration außerhalb des Containers
  • Versand von Alarm-Benachrichtigungen über einen Smarthost (z.B. gmail, siehe hierzu GmailAndExim4)
  • Speicherung der aktuellen Konfiguration und Statusinformationen in einer MySQL (IDO)
  • Integrierte Kommandozeilenoption zum einmaligen Einrichten der IDO-Datenbank mit passendem Schema
  • (Optionale) Anbindung von Graphite zur Speicherung der Messdaten und Aufbereitung als Graphen
  • (Optionale) Bereitstellung der Icinga2-API für andere Container auf Port 5665

docker_icinga2_web

Das docker_icinga2_web-Image bietet folgende Features:

  • Zugriff auf icingaweb2 über Container-Port 80 (eventuell empfiehlt sich der Einsatz von docker_nginx_auto_proxy)
  • Steuerung des icinga2_core über die Icinga2-API
  • Die aktuellen Statusinformationen werden der IDO Datenbank entnommen
  • Festlegung der berechtigten Nutzer finden über eine Auth Datenbank statt

Deployment

Darstellung der Zusammenhänge der einzelnen Komponenten

Weitere Informationen zum Starten der einzelnen Container finden sich in den Git-Repositories zu docker_icinga2_core und docker_icinga2_web.

Fazit

Das Container-Duo läuft nun seit einigen Tagen auf meinem NAS und überwacht diverse interne Geräte sowie einige externe Dienste und meldet mir deren Ausfall zeitnah per Mail. Graphite und/oder Grafana ist noch nicht aktiv angebunden ist aber während der Testphase verprobt worden.

Debian Pakete bauen im Docker-Container

Leider gibt es wohl für Debian 8 Jessie kein (aktuelles) Netatalk gibt, hier eine kleine Beschreibung wie man sich mit Docker und checkinstall ein entsprechendes Paket selber erstellen kann, ohne seinen Host mit den zur Paketerstellung notwendigen Abhängigkeiten zu belasten. Als Einstieg diente mir das Wiki von Netatalk und das Blog von Daniel Lange.

Zunächst das Dockerfile:

# Wir wollen das Paket später auf Debian 8 einsetzen. Andere 
# Distributionen sind analog möglich
FROM debian:8

# Update der Paketbasis und Installation der benötigten Abhängigkeiten
RUN apt-get update -y; \
    apt-get install -y build-essential \
        devscripts debhelper cdbs autotools-dev dh-buildinfo \
        libdb-dev libwrap0-dev libpam0g-dev libcups2-dev libkrb5-dev \
        libltdl3-dev libgcrypt11-dev libcrack2-dev \
        libavahi-client-dev libldap2-dev libacl1-dev \
        libevent-dev d-shlibs dh-systemd wget libtdb-dev checkinstall

# Quellcode beziehen und extrahieren
RUN wget http://prdownloads.sourceforge.net/netatalk/netatalk-3.1.10.tar.bz2; \
    tar xvf netatalk-3.1.10.tar.bz2

Anschließend bauen wir das Docker-Image:

docker build --tag=docker_build_netatalk .

Auführen mit:

docker run -v /tmp:/target --rm -ti docker_build_netatalk

Im Container dann folgendes durchführen:

$ cd netatalk-3.1.10
$ ./configure \
    --with-init-style=debian-systemd \
    --without-libevent \
    --without-tdb \
    --with-cracklib \
    --enable-krbV-uam \
    --with-pam-confdir=/etc/pam.d \
    --with-dbus-daemon=/usr/bin/dbus-daemon \
    --with-dbus-sysconf-dir=/etc/dbus-1/system.d \
    --with-tracker-pkgconfig-version=1.0
$ make
# Legt einige Verzeichnisse an, wird ja eh weggeworfen
$ make install 
$ checkinstall \
    --default \
    --install=no \
    --requires="libtdb1,libcrack2"
# Benutze cp oder scp, um das erzeugte Paket zu sichern
$ cp /netatalk-3.1.10/netatalk_3.1.10-1_amd64.deb /target
$ exit

Nach dem Ende löscht sich der Container dank –rm selbst und wir haben mit netatalk_3.1.10-1_amd64.deb ein schönes Debian-Paket, welches auch sauber wieder entfernt werden kann.

Probleme mit den Boxen: Xbox One und/gegen Fritz!Box

Als begeisterter WATCHDOGS 1 Spieler konnte ich nicht widerstehen, als WATCHDOGS 2 herauskam. Allerdings war mit der PS 3 kein Blume(n)topf mehr zu gewinnen. Also habe ich einem Kollegen seine gebrauchte Xbox One angekauft, danke an Jens noch mal! Auch das Spiel wurde schnell geliefert, einem großen Versandhändler sei dank.

Aber das Starten und Laden war ein Graus. Es wurden öfter auch Netzwerkprobleme angezeigt, ich wäre angeblich nicht verbunden. Der Xbox One eigene Punkt „Netzwerkverbindungen testen“ (in Netzwerkeinstellungen) sagte immer „Alles funktioniert“. Für WATCHDOGS 2 wäre aber der Punkt „Multiplayer-Verbindung testen“ besser gewesen. Die Xbox One ist wohl besonders zukunftssicher und verwendet wohl IPv6. Soweit ist das ja gut, aber mit Fritz!Boxen kommt es wohl zu Problemen. Leider habe ich bereits IPv6 in meiner Fritz!Box aktiviert, allerdings über 6to4. Nun will die Xbox One aber Tereodo trotz vorhandener IPv6 verwenden (widerspricht RFC 4380 Abschnitt 5.5) und muss so entsprechend dem verlinkten AVM Artikel behoben werden.

Besonders faszinierend finde ich das ein Microsoft-Mitarbeiter wohl Teredo entwickelt hat (siehe Wikipedia und auch im RFC 4380). Hut ab, das muss man als Firma können ;)

Hinweis (Ergänzt 6.12.2016)

Das Problem betrifft wahrscheinlich auch andere Spiele, die eine Online-Funktion haben. Dies kann ich leider nicht testen.

Open Source Hausautomatisierung im Vergleich

Inzwischen sind alle Heizkörper und auch fast alle Lichter in der heimischen Wohnung über die Weboberfläche der eQ-3 CCU2 fernbedienbar und auch die @Home App funktioniert soweit gut. Die Produktpflege und Dokumentation von eQ3 würde ich vorbildlich nennen: auf der Downloads-Seite findet man sowohl die jeweils aktuelle CCU2 Firmware (inklusive Change Log) als auch die Dokumentation der Schnittstellen (HomeMatic XML-RPC).

Vorhandene Komponenten

Folgende Homematic und Homematic  IP Produkte sind aktuell im Einsatz:

  • HM-CC-RT-DN – Funk-Heizkörperthermostat
  • HM-LC-SW1-FM – Schalt-Aktor 1-fach Unterputz (ohne Taster)
  • HM-LC-SW2-FM – Schalt-Aktor 2-fach Unterputz (ohne Taster)
  • HM-LC-Sw1PBU-FM – Schalt-Aktor 1-fach Unterputz (für Markenschalter)
  • HM-PB-2-WM55 – 2-fach-Funk-Wandtaster
  • HmIP-BSM – Schalt-Aktor 1-fach Unterputz (Homematic IP, für Markenschalter)
  • HMIP-PSM – Schalt- und Messsteckdose (Homematic IP)

Allerdings kann man (ohne Kritik an eQ-3 zu üben) naturgegeben nur deren Produkte verknüpfen und steuern. Weitere bereits vorhandene Geräte sollten ebenso angesprochen werden können:

Zum Glück gibt es ausreichend Softwarelösungen für dieses Problem. Vor dem Aufzählen der Kandidaten sollen allerdings Vergleichskriterien festgelegt werden.

Vergleichskriterien

  1. Die Software muss quell-offen und frei sein (OpenSource)
  2. Dokumentation auf Englisch bzw. Deutsch und in ausreichenden Qualität und Detailtiefe vorhanden (Dokumentation)
  3. Größe der Community
  4. Support für Komponenten von eQ-3 für Homematic und Homematic IP (Hardware-Unterstützung), da diese bereits vorhanden ist.
  5. Apps für iOS bzw. Android (Apps)
  6. Verwendete Programmiersprachen & Technologien (Technologie)
  7. Die Software muss Graphen zur historischen Analyse von Messwerten bieten (Graphen)
  8. Die Software muss über Regeln erweiterbar sein, z.B. Verknüpfung von Schalter, Reaktion aufs Verlassen der Wohnung (Regeln)

openHAB

openHAB basiert auf Java und OSGi (Equinox) und ist somit auf allen Plattformen lauffähig, auf denen Java angeboten wird (Linux, Windows, OS X,…). Laut Wiki sind auch ARM SBCs ausreichend.

openHAB verwendet intern einen Event Bus, um alle anderen Komponenten zu verbinden. Weitere wichtige Komponenten sind das openHAB Repository, welches den aktuell bekannten Zustand aller bekannten Items vorhält, und die Bindings, die als Abstraktionsschicht zwischen openHAB und den anzubindenden Geräten fungiert.

Über das openHAB Repository werden sowohl die diversen User Interfaces (WebUI, Apps für iOS, Android, Windows Phone, …) als auch die Verarbeitung der Automatisierungsregeln angebunden.

URLhttp://www.openhab.org/
OpenSourcehttps://github.com/openhab/openhab (EPL)
Dokumentationhttps://github.com/openhab/openhab/wiki
Dokumentation ausführlich für alle Module auf Englisch vorhanden, über github Wiki gut erweiterbar.
CommunityHohe Aktivität
Hardware-
Unterstützung
Breite Unterstützung für diverse Hardware und externe Software
Appsverfügbar für iOS, Android, Windows Phone und sogar Pebble
TechnologieJava / OSGi
GraphenCharts sind über Persistenzen für fast alle messbaren Größen möglich.
RegelnopenHAB ist über Regeln steuerbar. Diese sind in einer DSL zu erstellen und integrieren Java.

Home Assistant

Python 3 bildet die Basis für Home Assistant. Entsprechend bietet auch Home Assistant einen breiten Support für die gängigsten Betriebssysteme (Video-Tutorials existieren für Windows 10, OS X und Ubuntu). Auch Hinweise zum Durchführen einer Aktualisierung sind vorhanden. Installationshinweise für Raspberry Pi, Docker, Vagrant und auch Synology NAS sind vorhanden.

Auch Home Assistent nutzt architektonisch einen Bus, um die einzelnen Komponenten zu verbinden, eine Service Registry und eine State Machine zum Verwalten der Zustände der einzelnen Komponenten.

URLhttps://home-assistant.io/
OpenSourcehttps://github.com/home-assistant/home-assistant (MIT)
DokumentationCookbook für Anwender und Dokumentation für Entwickler
CommunitySehr hohe Aktivität
Hardware-Unterstützungüber 470 (Stand Version 0.33.0) verschiedene Komponenten (Hard- und Software), Homematic ist unterstützt, Homematic IP jedoch nicht
Appskeine, iOS App in Vorbereitung
TechnologiePython
GraphenGraphen sind an messenden Objekten vorhanden
Regelnmöglich, können in YAML definiert werden

fhem

fhem wird in Perl entwickelt und schont daher die benötigten Ressourcen  (sogar auf Fritz!Boxen ist ein Betrieb möglich). Eine Installation ist auch hier wieder auf den 3 großen Betriebssystemen möglich.

Für die Freunde eines Handbuchs hält die Community eine ausführliche Einführung bereit.

URLhttp://fhem.de//
OpenSourcehttps://sourceforge.net/p/fhem/code/HEAD/tree/trunk/fhem/ (GPL v2)
DokumentationAusführliches deutschsprachiges PDF, ausführliches gemischtsprachiges Wiki
CommunitySehr hohe Aktivität
Hardware-UnterstützungÜbersicht über unterstützte Hardware HmIP-Geräte noch nicht offiziell gelistet aber laut Forum möglich
Appsu.a. FHEMobile für iOS und andFHEM für Android
TechnologiePerl
GraphenGraphen sind über gnuplot möglich
RegelnRegeln in Perl geschrieben möglich

calaos

calaos ist ein französisches Projekt und setzt für die Steuerung auf KNX und DMX. Als Hardware wird hauptsächlich Wago unterstützt. Leider ist die Dokumentation hauptsächlich in Französisch und auch das Datum des letzten Eintrags aus dem Entwickler-Blog aus dem Februar 2015 lässt nichts gutes hoffen.

URLhttps://calaos.fr
OpenSourcehttps://github.com/calaos (GPL v3)
Dokumentationfranzösischsprachiges Forum, Wiki in Französisch und Englisch
Communitymoderate Aktivität
Hardware-UnterstützungEingeschränkt, lediglich WAGO, OneWire Komponenten, Zibase, GPIO und IoT Devices werden unterstützt (Quelle)
AppsCalaos Mobile für iOS, Calaos Home für Android
TechnologieC/C++
Graphenunbekannt
Regelnintegrierter LUA Support

domoticz

domoticz ist in C/C++ geschrieben und nativ verfügbar für Raspberry Pis, Windows, Linux, OS X und für einige NAS-Syteme. Als Scripting-Engine wird Lua verwendet, über die mit Blockly die Automatisierung vorgenommen wird. Leider Homematic nicht unterstützt, jedoch ist die Liste an unterstützter Hardware recht umfangreich.

URLhttps://domoticz.com/
OpenSourcehttps://github.com/domoticz/domoticz (GPL v3)
Dokumentationenglischsprachiges Handbuch und Wiki
Communityhohe Aktivität
Hardware-UnterstützungModerat, leider kein Homematic (Quelle)
AppsImperiHome für iOS und Android
TechnologieC/C++
GraphenJa, als Log in der UI
Regelnintegrierter Support für LUA, Bash, Perl, PHP und Python, Support für Blockly

openmotics

openmotics vereint ein Angebot von Soft- und Hardware, die unter eine OpenSource Lizenz gestellt wurde. Die Hardware wird auch im Shop verkauft. Allerdings existieren nur Module zum Einbau in Schaltschränke auf Hutschienen. openmotics eignet sich somit kaum zum nachträglichen Einbau sondern eher für Neubauten. Aber auch dann ist keine Integration weitere, fremder Komponenten vorgesehen.

URLhttps://www.openmotics.com/
OpenSourcehttps://github.com/openmotics (MIT)
Dokumentationenglischsprachiges Wiki
Communitykeine Aktivität (Quelle)
Hardware-Unterstützungnur spezielle openmotics Hardware (siehe Shop)
Appskeine bekannt
TechnologiePython
GraphenJa
RegelnJa

freedomotic

freedomotic bezeichnet sich als Open Iot Framework, versteht sich also nicht nur zur Heimautomatisierung, sondern versucht weiter zu gehen. Technologisch ist wie bei openHAB in Java Grundlage, es wird aber wohl auf OSGi verzichtet. Die verfügbaren Plugins sind im Marketplace verzeichnet.

Installationsanleitungen sind leider bisher nicht wirklich vorhanden, lediglich eine kurze Seite zum Raspberry Pi und Docker (Zugang über guest/guest, nur REST API) enthalten Text.

Der Einsatz von 2 getrennten Messaging Bussen ermöglicht hier zusätzlich noch das Clustering mehrerer freedomotic-Instanzen. Die verschiedenen Hardwaretypen und externen Services werden über Module angebunden.

URLhttp://freedomotic.com/
OpenSourcehttps://github.com/freedomotic/freedomotic (GPL v2)
Dokumentationenglischsprachiges Benutzerhandbuch
Communityunbekannt (Quelle)
Hardware-Unterstützungdiverse Hardware (siehe Shop), keine Hinweise auf Homematic
Appsunbekannt
TechnologieJava
Graphenunbekannt
RegelnÜber XML möglich

Bewertung

Eine abschließende Bewertung fällt schwer, jedoch werde ich freedomotic (fehlende Unterstützung für Homematic), openmotics (nur spezielle Hardware), domoticz (fehlende Unterstützung für Homematic, verwendete Programmiersprache) und calaos (stark eingeschränkte Hardwareunterstützung) aus den jeweilig genannten Gründen nicht weiter verfolgen.

Für

  • openHAB,
  • Home Assistant und
  • fhem

wird es weitere Artikel geben. Diese werden dann von hier verlinkt.

Ergänzung 7. Januar

Inhaltsverzeichnis eingefügt.